OceanPhoenix

Schächten ohne Betäubung ????

Eigentlich hab ich ja überhaupt keine Zeit zum Bloggen und wollte das auch vor dem WE nicht mehr tun ... hab ja schon genug "Lesestoff" weiter unten produziert ;)

Aber dieses Urteil zum Schächten ohne Betäubung in Deutschland gestern ... das macht mich einfach nur wütend und traurig, und deswegen muss ich schnell was dazu loswerden.

Betäubungsloses Schächten

Hier ein aktueller und sehr lesenswerter Artikel zum Thema in der "Zeit":

Opferung ohne Leid - Wieviele Qualen dürfen wir einem Tier zumuten, wenn es um die Religionsfreiheit geht?

Ja, wir haben die Religionsfreiheit. Schön. Wir haben auch Tierschutzgesetze. Es wurde entschieden, dass ersteres höher zu bewerten ist ...

Wir haben auch Meinungsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung. Und ich kann dazu nur sagen, daß ich diese Entscheidung zutiefst ablehne, ebenso wie das Schächten ohne Betäubung -

- übrigens sind es meines Wissens nach nur gewisse Gruppierungen des Islam, die dieses betäubungslose Schächten fordern -

und daß ich nicht glauben kann, daß es sich dabei um eine Tötungsmethode handelt, die "schmerzfrei" und ohne Qualen für das Tier sein soll. Wie denn bitte??? Es gibt dazu auch ganz andere Berichte, vor allem bei nicht 100% "sachgemäßer" (wie passend, nicht wahr???) Ausführung... was doch immer mal wieder vorkommen soll.  Schaut Euch nur mal die Bilder an ...

Wir leben in einem Land, dessen Gesellschaft sich auf der Basis christlicher Werte weiterentwickelt. Die christlichen Werte selbst haben sich ebenfalls weiterentwickelt. Ganz früher .. da haben auch Christen Blutopfer gebracht, und bestimmt auch einiges an Mist gebaut.

Aber wir haben mittlerweile unser Bewußtsein weiterentwickelt dahingehend, das Leben - ja, auch das von manchen als "minderwertiger angesehene" tierische Leben! -mehr  zu schützen, und z. B. auch bei der Ausübung unserer christlichen Religion auf blutrünstige, quälende Praktiken zu verzichten.

Daß so etwas in Deutschland für andere Religionen erlaubt ist, halte ich für falsch.

Wenn sie schon unbedingt schächten "müssen", z.B. weil sie Fleisch nur ausgeblutet essen dürfen ... dann doch bitte mit Betäubung... aber der Mensch kann sich ja alles anmaßen über die Kreaturen, die er sich einfach unterordnet und die er benutzt und zu seelenlosen Wesen degradiert, wie er's grad so braucht.

Der Mensch, die Krone der Schöpfung??? ja, logisch, ganz bestimmt. Das ist mal wieder ein gutes Beispiel ...

Ich glaube, ich trete doch wieder in die evangelische Kirche ein.


blumegelbfliege.jpg



So,  das mußte ich jetzt mal rauslassen - und alles weitere würde in den Bereich "Starke Gefühle" fallen, meinetwegen auch Emotionen, das ist wohl ein noch stärkerer Begriff und in diesem Fall passender -

 und darüber steht ja schon genug in meinem vorigen Eintrag ;)



Oceanphoenix_monkopf2kl.jpg

Ich wünsch Euch ein schönes und ungetrübtes Wochenende!

Ocean 24.11.2006, 07.48 | (8/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Trauriges

Starke Gefühle, der Umgang damit, Katalysatoren, Reaktionen des Umfelds, Bedeutung von Musik ...



Zuallererst möchte ich Euch für die vielen und sehr persönlichen Beiträge zu meinem letzten Eintrag danken knuddel.gif Einfach super - mir bedeutet jeder einzelne sehr viel und ich freu mich wie blöd, daß Ihr da so eingestiegen seid, und Euch von der Länge des Textes nicht abschrecken lassen habt.

Momentan geht mir unheimlich viel durch den Kopf, und auch viele intensive Gefühle - die mir in dem Moment der Wahrnehmung vielleicht bedeutender vorkommen, als sie es im "Durchschnitt" gesehen sind.

Schwer, das irgendwie einzudämmen .. und es will rausgeschrieben werden... möchte mich mit gewissen inneren Fragen möglichst sachlich auseinandersetzen. Oh - oh .. klingt nach weiteren Mammut-Einträgen, gell? das kann schon passieren - und ich versteh auch absolut, wem das zu viel wird.

Dann einfach nur runterscrollen - oder direkt HIER KLICKEN, und die Bilder im vorigen Eintrag anschauen bzw. meine Antworten zu Becky's Jahresendfragen lesen, wenn Ihr mögt.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Starke Gefühle .. ein Thema, das mich schon immer sehr beschäftigt. Wen nicht ... das haben wir sicher alle gemeinsam.

Hier möchte ich mal Hanni verlinken, die sich mit dem Thema sehr eingehend auseinandersetzt.

Gefühle kann man zum Beispiel ...

1. .. nötigenfalls verdrängen. Tut man sicher auch als Selbstschutz häufiger, als man sich dessen bewußt ist. Manchmal klappt es besser, manchmal weniger. Bei mir eher weniger - bin kein Verdrängungskünstler, ganz im Gegenteil, leider.

2. ... versuchen, sie abzutöten, um besser zu "funktionieren" - wohl die schlechteste Variante, die meist verheerende Schäden in der Persönlichkeit anrichtet.

3. ... ausleben. In verschiedener Hinsicht -

- a) direkt ausleben: lachen, weinen, schimpfen, zittern, toben ... das kann eine Befreiung sein, wenn man entweder allein ist und sich abreagieren kann, oder aufgefangen wird -

kann aber auch befangen machen - abhängig von der Mentalität desjenigen, der sie auslebt und desjenigen, der sie erlebt. Menschen reagieren manchmal befangen auf extreme Gefühlsausbrüche ... Beklemmung, Angst, in die fremden Gefühle mit hineingezogen zu werden oder sie gar in sich selbst zu erkennen - und daher Abwehr? Oder einfach mangelnde "Übung" im Umgang mit Menschen?

- b) indirekt ausleben: Gefühle kompensieren bzw. sublimieren. Irgendein Medium als Katalysator für die eigenen Gefühle nutzen, die man nicht so rauslassen kann, wie die Psyche es vielleicht gerne hätte - weil Blockaden und Sperren vorhanden sind bzw. als Reaktion von außen erwartet werden. Medien wie z.B. Kirchgänge, Musik, Filme, Sport ... im ungünstigeren Falle Drogen etc.

Ich gehör definitiv zu Kategorie b). Bin der Typ, der möglichst erst mal auf "hart" macht, um die Beherrschung zu wahren - der diese Fassade braucht und auch will -

und der erst zusammenbricht, wenn jemand das merkt und meine wirklichen Gefühle aus mir rauskitzeln will bzw. der nicht einsieht, von mir zusammengestaucht zu werden, weil ich mit Aggressivität, Härte und Zähnefletschen auf etwas reagiere, dem ich auf Dauer so nicht gewachsen bin (oder mich komplett abschotte) was natürlich nachvollziehbar ist.

Ich hasse es, in der Öffentlichkeit bzw. überhaupt vor anderen Menschen zu weinen, und es passiert mir auch nur sehr selten und dann meistens aus Wut oder weil ich sehe, daß jemand enttäuscht ist -

Enttäuschung bei anderen Menschen, das kann ich kaum ertragen.

Überhaupt würde ich im Krisenfall die unmittelbare Aufmerksamkeit auf meine Person nicht mögen. Ich bin auch nicht der Typ, der sich gern in den Arm nehmen läßt ... entweder ich will meine Ruhe und allein sein, oder ein ruhiges, sachliches Gespräch über das, was geschehen ist - am besten über eine gewisse Distanz - ja, ich würde mir wünschen, daß man mir so abstrakt und sachlich wie möglich begegnet, und mir nicht zu nahe kommt.

Fallenlassen - kann ich mich am besten ganz alleine.

Und irgendwelche sentimentalen tränenrührigen Hunde-Filme guck ich auch nur alleine an *zwinker*

Ein anderer dagegen möchte nur in den Arm genommen werden ... jeder reagiert anders.

Wer die Bücher von Karin Slaughter gelesen hat - ich kann mich gut mit Lena identifizieren. Zwar nicht ganz so extrem - aber in die Richtung geht es schon.

Diese Bücher sind ja eigentlich simple Thriller. Aber dank des psychologischen Tiefgangs und weil solche emotionalen Problematiken mit einfließen, haben sie mir in den letzten Wochen einiges gebracht an Anstößen, mich zu hinterfragen.

Und es gibt in meinem allernächsten Umfeld Menschen, die ihr Übriges tun - und nicht hinnehmen, daß ich mich in Problemsituationen wieder einmauere (wie in früheren Jahren oft). Dann kommen Sätze wie "Warum gibst du dich so viel härter, als du eigentlich bist - wenn du das tust, mußt du damit rechnen, auch hart genommen zu werden - willst bzw. erträgst du das wirklich? Zeig dich doch mal weich ...anstatt so bissig zu werden."

ok, ich arbeite dran ;)

Das Katalysieren ist für mich ein gutes Mittel, mit den oft extremen Gefühlen, dem "inneren Vulkan" im Alltag klarzukommen. Aber zu einfach darf ich es mir damit nicht machen.

Wenn man tiefer in sich geht, hinschaut - kann man vielleicht auf Gefühls-Abgründe stoßen, die einem unheimlich oder unerklärlich sind. Man möchte sie aber nicht verdrängen oder gar abtöten.

Was wir wohl alle mehr oder weniger in uns tragen: die Gegenpole zu Liebe, Wärme, Freude, Zuneigung, Großzügigkeit - nämlich Haß, Rachsucht, Neid, Zorn - die "dunkle Seite der Seele". Je nach Persönlichkeitsstruktur und Erlebnishintergrund bzw. gegenwärtiger Lebenssituation dominiert (mal) das eine mehr, und mal das andere.

im Idealfall ist es größtenteils bewußt bzw. verstandesmäßig kontrollierbar und hält sich die Waage. Ausgewogene Gefühlswelt, kein Extrem ergreift über längere Zeit Besitz von dem Menschen.

Katalysatoren schön und gut - aber es kann riskant sein, zu einseitig irgendwelche Gefühlsbereiche dadurch rechtfertigen oder idealisieren zu wollen. Was die extremen Gefühle angeht, möchte ich klar unterscheiden, was ich tatsächlich rechtfertigen kann, und wo ich dagegen selbstkritisch ansetzen sollte, die Gefühle umzuwandeln.

Klingt arg theoretisch, gell? Es würde sehr persönlich werden, wenn ich hier ins Detail gehe. Ein kleines Beispiel.

Haß - Zorn - Härte - Lautstärke.

Ich bin auf etwas zornig, bin unterschwellig nicht zufrieden (also jetzt nur theoretisch ;) ) kann es aber nicht konkret festmachen, oder aufgrund der gegebenen Umstände nicht bzw. kaum ändern... oder ein Geist der Vergangenheit bedrängt mich.

Dann brauche ich etwas, an dem ich den Zorn festmachen und ausleben kann.

Weil ein Versinken und Ausleben Traurigkeit nicht so meins ist - weil ich davor am meisten Angst habe - und mit der als kraftvoller empfundenen "Variante Zorn "besser klarkomme.

Und zwar so, daß ich nicht die Kontrolle verliere, oder den Zorn ungerechterweise auf Menschen oder Personengruppen richte, die nichts dafür können.

So, daß ich den Zorn zwar ausleben und ihn somit nicht mehr machtvoll in mir schwelen lassen, aber ihn auch nicht von meiner Persönlichkeit Besitz ergreifen lassen kann. Das ist ein schmaler Grat.

Wenn z. B. eine Frau traurig ist, und infolgedessen sanfte und gefühlsbetonte Musik hört, weint, einen Herzschmerz-Film anschaut - dann ist das ein von der Gesellschaft als legitim betrachteter Katalysator.

Die Frau lebt ihre Gefühle so aus, wird getröstet, verstanden. Ihre Weichheit ist das Tor zwischen ihrer Seele und ihrem Umfeld.

Was aber, wenn man aufgrund der eigenen Persönlichkeitsstruktur oder entsprechender Erfahrungen nicht so reagieren kann - aber dennoch Phasen von Unausgeglichenheit und extremen Gefühlen durchmacht - und diese katalysieren will?

Manche fragen sich vielleicht - wie kann ein Mensch Musik wie die von Rammstein, Manowar und dergleichen hören. Ist doch primitiver Krach. Oder Ballerspiele spielen. Oder Gefallen an Überschallknalls finden, an Raketenstarts ...oder an einem Düsenjäger direkt über dem Kopf ...

und dennoch läuft er nicht Amok, bedroht nicht seine nächsten Mitmenschen, ist im allgemeinen freundlich und hilfsbereit und engagiert in Job und Familie ... von innen heraus, nicht zum Schein. Er ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen zu tragen - er ist authentisch.

Ganz einfach. Auch das Vorgenannte kann als Katalysator dienen. (Nicht nur, aber auch ..) Genauso wie Sport, Tanzen ... all diese Dinge - jedem liegt etwas anderes.

Und solange man sich der Risiken bewußt ist, die ein mit einem gewissen Aggressionspotential und Härte beladenes Medium mit sich trägt, und sich nicht NUR damit betäubt oder sich von tendenziös-gewaltbeladenen Inhalten politisch oder sonstwie manipulieren läßt, halte ich es für nicht bedenklich.

Vor kurzem hatten wir Besuch - von jemandem, der normalerweise ältere Rockmusik hört, wie Rory Gallagher und Ten Years After .. und der auch gerne auf Airshows geht. Er hatte dann (nach Ten Years After) das gemischte Vergnügen, mit uns einen Teil des Rammstein-Konzerts "Völkerball" anzuschauen. (Da er sich nicht energisch dagegen verwehrt hat, kann es nicht SO schlimm gewesen sein *g*)

(---- Und Rammstein ist übrigens nicht primitiv, wie manche denken - ganz im Gegenteil, die teilweise sehr provokativ-derben Texte und Thematiken setzen sich bei genauerer Betrachtung kritisch mit vielen Problematiken der Gesellschaft und mit den Abgründen der menschlichen Psyche auseinander, auf eine ganz spezielle Weise und manchmal ziemlich ironisch ... dazu schreibe ich auch nochmal genauer -----)

Interessant jedenfalls, die sonst eher mimik-armen Gesichtszüge unseres Freundes zu beobachten und die Mischung aus Abwehr und Faszination darin festzustellen.

Ebenso interessant - bei den Kamera-Schwenks ins Rammstein-Publikum immer wieder auf nette, offene, freundliche und ganz einfach glückliche Frauengesichter zu stoßen, die einfach nur begeistert mit der Musik mitgingen, die sich auslebten, offensichtlich ganz losgelöst waren ... also nicht etwa nur die gröhlenden Hardcore-Metal und Industrial-Freaks... ganz im Gegenteil. Diese Musik spricht auch Menschen an, die sich eben nicht in so eine Freak-Schublade packen lassen .. (wobei Schubladen eh Mist sind *g*)

Anders veranlagte Menschen brauchen in extremen Gefühlssituationen gefühlsbetonte Musik, also "Schnulzen" (ohne Abwertung, ich mag auch manchmal Schnulzen ;) ) ... jeder ist verschieden.

Irgendeine Punkband hatte mal ein Album, war's Slime oder Daily Terror ? namens "Gefühl und Härte".

Schließt sich nicht gegenseitig aus, finde ich. Aber ich möchte das zur Diskussion stellen -

wenn Ihr Lust habt ;) und mal bei Gelegenheit Eure Gedanken zum Thema Gefühle aufschreiben mögt.

Ich wünsch Euch schon mal ein schönes Wochenende :)

Ocean 23.11.2006, 13.33 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nachdenkliches

Beckys Jahresendfragen - Photos Blüten, Monsterchen ...

Die Jahresendfragen von Becky:

1. Wenn du dieses Jahr 2006 Revue passieren lässt, was kommt dir dann als Erstes in den Sinn?

Der Gedanke an das Meer - und die intensive Beschäftigung mit dem Tod.

buschblueteg.jpg

2. War dieses Jahr 2006 ein gutes Jahr für dich?

Mehr gut als schlecht auf jeden Fall, wobei es einige Extreme gab.

waldheidesteine.jpg

3. Was war das schönste Erlebnis für dich in diesem auslaufenden Jahr?

Sicherlich der Urlaub an der Nord- und Ostsee, trotz schlechtem Wetter -

und jede Begegnung, jedes Zusammensein mit meinem Mann und meinem Hundi sind wunderschöne Erlebnisse.

Außerdem die Sommerwärme ... die ich ganz intensiv genossen habe.

blueteorange.jpg

4. Was war ein (weniger schönes) besch...enes Erlebnis für dich in diesem Jahr?

Mitbekommen zu müssen, wie ein junger, sehr lieber Mensch trotz intensivem Kampf langsam aber sicher immer weiter verfällt und stirbt, an der verteufeltsten miesesten fiesesten Krankheit, die es auf der Welt gibt ...

monhoch.jpg

5. Wie würdest du das Jahr für dich beurteilen?

Es war ein Jahr voller Gegensätze und Herausforderungen, auch beruflich. Das lange Warten aufs Frühjahr, in dieser Zeit die blöde Zahnsache und die Auto-Immunreaktion, die mich ganz schön erschreckt hat. Allgemeines Gefühl von Überforderung und Frust, Schwierigkeiten, Dinge positiv zu sehen.

sonnenunt.jpg

Dann ein bombiger Frühsommer, die WM, die sogar mich Fussball-Desinteressierte mit der Stimmung mitgerissen hat ... warme Sommerabende, meine Lieblingsjahreszeit.

Ein wettermäßig mieser August und September, aber dafür dem geliebten Meer nahe sein dürfen ...

dann wieder die Angst vorm Herbst und Winter, vor dem Dunkel, zeitgleich der Tod unserer Bekannten, eine Depri-Phase ... doch immer wieder der Gedanke -

ich schimpfe zwar immer über Zeitmangel etc. - aber mir geht's doch sowas von gut, das gibt's eigentlich gar nicht -

also Fazit - positiv :)

monvoben.jpg

Ocean 23.11.2006, 13.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Fragen/Tests, Aktionen

Toleranz, Amokläufer, Ballerspiele, Gesellschaft, Haß und Disziplin / Waldheide, Blüten, Hundi

monschnauze.jpg

Gleich zu Beginn möcht ich auf Falk's Eintrag zum Thema Toleranz bzw. Verstehen und Verständnis hinweisen - sehr lesenswert.

Und darauf, daß jetzt ein ungeplant langer und kontroverser Beitrag kommt - das hat sich beim Tippseln grad eben von selbst so ergeben *lach*

Und ich möcht auch nochmal betonen, daß ich es schön finde, daß (zumindest in dem mir bekannten Umfeld) die "Bloggerwelt" von Toleranz geprägt ist - im Gegensatz zu der Atmosphäre in manchen Diskussionsforen, wo sich die Teilnehmer buchstäblich die Augen auskratzen *g* -

es gibt so viele verschiedene Meinungen gerade zu brisanten, strittigen bzw. zweischneidigen Themen - und daß man in seinem Blog die eigene Meinung sachlich äußern und begründen, und über die Kommentarfunktion ebenso sachliche Gegenargumente in Ruhe entgegennehmen und diskutieren kann, find ich eine gute Sache.

Lebendiger, ehrlicher, kontroverser und dennoch sachlicher Austausch auch über heikle Themen - macht das Bloggen für mich erst richtig spannend!

Und vor allem mit Ruhe und Toleranzfähigkeit kommt man letztlich auch selbst weiter. Wer keine andere Meinung ausser der eigenen gelten läßt, und andere aufgrund ihrer Ansichten angreifen, provozieren oder beleidigen muß, zeigt damit eventuell sogar seine eigene Schwäche - und bringen tut es keinem der Kontrahenden wirklich etwas. Dabei wollen wir doch eigentlich naturgemäß weiterkommen - uns weiterentwickeln.

Ja - ich kann eine Handlung, eine Meinung, eine Reaktion aufgrund des gegebenen Hintergrundes verstehen bzw. nachvollziehen - aber ich muß sie deswegen nicht teilen. Dann toleriere ich sie....

Wobei es sicher auch Verhaltensweisen und Einstellungen gibt, die die Toleranz eines Menschen bzw. der Gesellschaft auf eine harte Probe stellt. Man kann zwar versuchen, alles zu erklären bzw. zu entschuldigen -

doch zählt nicht letztendlich auch das Ergebnis einer Tat - oder wiegt dieses Ergebnis eventuell sogar schwerer - ist es mit Erklärungen und Entschuldigungen in gewissen Härtefällen einfach nicht mehr aufzuwiegen? und auf keinen Fall mehr zu tolerieren?

(z.B. denke ich hier an Selbstmordattentate oder an die Taten von Massenmördern ...)

Auch eine strittige These, die gleich wieder Grundsatzdiskussionen auslösen könnte ;)

Einen Grund haben wir doch alle für das, was wir tun. Mal mehr egoistisch motiviert, mal weniger (wobei sich hinter scheinbarem Altruismus auch Egoismus verstecken kann).

Oft sind es starke Impulse, die zu schwerwiegenden Taten antreiben - Ideale, Glauben, Liebe, Haß - oder Unverarbeitetes aus der Vergangenheit.

All diese Dinge sind Wahrheiten - subjektive Wahrheiten. Ein islamistischer Attentäter ist von seiner Wahrheit ebenso überzeugt, wie ein Amokläufer, der sich von der Gesellschaft vera...t vorkommt, der sich als Versager fühlt und das an Menschen ausläßt, die für sein tatsächliches oder subjektiv empfundenes Versagen nichts können.

Der zahllose Menschen mit hineinreißt in sein persönliches Trauma.

Sicher kann man das erklären, nachvollziehen....

Aber das menschliche Tun im Rahmen einer Gesellschaft muß einer klar definierten Werte-Struktur unterliegen - nur so kann diese funktionieren - und wir brauchen eine funktionierende Gesellschaft. Das wird so selbstverständlich hingenommen ... dass alles funktioniert, so wie wir es kennen - ist aber nicht selbstverständlich.

Und aus dieser Werte-Struktur heraus ergeben sich naturgemäß auch die (strafrechtlichen) Konsequenzen, die ein Mensch tragen muß, der andere in sein Trauma mit hineinreißt.

Und ganz sicher muß alles darangesetzt werden, solche traumatisch oder wie auch immer bedingten Handlungen im Vorfeld bereits zu verhindern ...

wie gestern diese Dame von der CDU im Interview bei dem ZDF-Special gesagt hat .. als Antwort auf die Frage, ob man nicht die Gewaltspiele u.dgl. verbieten oder extrem einschränken müsse ...

nein, sie meinte, man müsse das ganz anders angehen - und von vornherein verhindern, daß ein Mensch sich so sehr in eine eigene Welt  zurückzieht, wie dieser es getan hat - fern jeglicher Realität - und da sind alle gefragt - Mitschüler, Lehrer, Eltern .. alle.

Ich bin der festen Überzeugung - ein Ballerspiel allein macht noch keinen Killer. Sicher kann der übermäßige Konsum von solchen Spielen bei entsprechend veranlagten, jüngeren Menschen, die in keinem ausgewogenen Umfeld leben, die Aggression noch begünstigen - abhängig vom Einzelfall. Aber jetzt alles in dem Bereich zu sanktionieren - halte ich nicht für sinnvoll (zumal die Beschaffung vermutlich dann noch kriminalisiert wird).

Sage ganz offen, daß ich in der Anfangszeit, in den  90ern, auch schon "Doom" und ähnliches gespielt habe. Kurz mal war es überaus faszinierend - aber nicht sehr lange - da ich überhaupt nicht der Typ bin, der spielt - ich habe bald das Interesse daran verloren -

und habe gemerkt, daß ich unterscheiden kann zwischen Spiel und Realität - und daß meine Gewaltbereitschaft in keinster Weise zugenommen hat ;)

Aber - wer kennt das nicht - ein Gefühl von irrsinniger Wut und zugleich der brennende Gedanke - ich bin nichts wert, ich hab's nicht geschafft, mich den Maßstäben unserer Gesellschaft anzupassen - ich habe versagt.

Ich würde dann vielleicht ein Loch in den Sessel treten, Geschirr kaputtwerfen oder ganz laut schreien. Und irgendwann ist der Dampf abgelassen .. der Vulkan kühlt wieder ab.

Aber was, wenn er ständig brodelt, über Jahre hinweg, und keiner reagiert auf die deutlichen Signale, die so ein Mensch aussendet ..

wenn von ihm selbst keine positiven Gegenimpulse wahrgenommen werden können ... dann passiert irgendwann sowas wie gestern an der Realschule in Emsdetten. Einzelfälle? die sich häufen? ich wage das nicht zu beurteilen.

Und jetzt mal ganz provokante Thesen - bewußt als Theorien so zur Diskussion gestellt:

Das Leben wird häufig  als immer schwieriger wahrgenommen - und ich sehe zwei grundlegende Problematiken:

- ein Verlust von Leitlinien und somit von Sicherheit -

- und ein Verlust von Disziplin, mangelnde Fähigkeit zur Selbstüberwindung und mangelnde Bereitschaft, für die Gesellschaft (das sind wir alle!) Opfer zu bringen - sich selbst zu überwinden, um daran zu wachsen.

Verzettelung - Spezifizierung - alles und jeder fordert eine Lobby, will sein Ego gestreichelt haben, will Aufmerksamkeit, will verstanden werden.

Alles und jedes muß seinen ordnungsgemäßen Behördengang gehen - alles und jedes muß von vorne bis hinten bedacht, erwogen, erklärt, belegt, begründet werden, der Antrag auf den Antrag zur Antragstellung.

Darin liegt die Gefahr, daß die Handlungsfähigkeit einer Gesellschaft bzw. ihrer Führung auf der Strecke bleibt, und dies ganz besonders in schwierigen Zeiten.

Es ist nunmal so, daß Deutschland finanziell ziemlich in den Miesen ist. Und daß es so nicht weitergehen kann. Da sind alle gefragt - und man muß Prioritäten setzen.

Wenn nur ein gewisses Kontingent an Geld vorhanden ist, dann fragt sich einfach, für was man es einsetzt - nach welchen Wertmaßstäben man vorgeht, welche Prioritäten zu setzen sind.

Kleines Beispiel: Ich würde eher einen Familienvater, der 25 Jahre lang gearbeitet hat, arbeitslos geworden ist und dem Hartz droht, Unterstützung geben - als einem Sexualverbrecher, der Strafe verdient und weggesperrt gehört, auch noch die Therapie zu zahlen -wenn ich mich entscheiden müsste! - und das ist es eben - der Staat ist sozusagen pleite!

(wobei ich selbstverständlich Prävention für extrem wichtig halte, ebenso wie Aufklärungsarbeit und Anlaufstellen für Menschen, die sich z.B. emotional oder sonstwie mißhandelt fühlen - und wir alle müssen HINSCHAUEN und reagieren)


Wir haben nichts mehr zu verschenken!

Und - ich würde nicht immer noch mehr bei denen abknapsen, die eh schon wenig haben, sondern da, wo wirklich viel Kapital sitzt. Und das gibt's in Deutschland auch!!

 Kapitalfluchtgefahr?

Ist es wirklich nicht möglich, gerade die reichen Menschen zu motivieren, Idealismus und Opferbereitschaft zu wecken - Opfer für die Gesellschaft zu bringen (die sie selbst kaum spüren würden - eine fünfköpfige Familie mit einem Einkommen dagegen schon)?

Arbeitsplätze hier schaffen, statt an billigere Auslandsstandorte abzuwandern? und zwar aus Überzeugung - die eigene Profitgier überwinden wollen? Mag sich da tatsächlich keiner mehr Mühe geben - und ist niemand da, der die Firmen entsprechend moralisch motiviert?

 haben wir denn kein Wir-Gefühl mehr in dieser Gesellschaft?

Hier wäre die Regierung als Leitfigur gefragt. Aber ... naja, die Realität kennen wir ja alle.

So, und wer bis hierhin gelesen hat, der hat echt viel Geduld bewiesen *lach* das hat sich jetzt einfach so ergeben. Nun noch ein paar Bilder:

bluetelilawirr.jpg

... verwuschelte Blume .. ich kann mir nie merken, wie die heißt.

blumegelb.jpg

... und bei dem Grau draußen brauch ich einfach solche Farben :)

waldheideehhangar.jpg

Waldheide - ehemaliger Hangar, jetzt Schafstall ...

glaskaputtnah2.jpg

Blick durch kaputten Glasbaustein ins Innere ..

monkopf.jpg

Hundi unterwegs :)

Ich wünsche Euch eine schöne Woche :)

Ocean 21.11.2006, 08.57 | (23/21) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nachdenkliches

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26.09.2008 Ruhe bewahren .. alles abgeklärt .. Fotos Meeresstrand, Wochenende // 25.09.2008 Danke Euch sehr!! Nun schon wesentlich beruhigter ... // 25.09.2008 Solche Vorwürfe und Horror-Gedanken, sorry ... // 24.09.2008 Gedanken wegen OP / Meer und Strand / DVD-Tipp: Space Cowboys / Mankell: Kennedys Hirn//

22.09.2008 Bitte Daumen drücken ! / Schönberger Strand / Vogelschutzgebiet Hohwacht / Motorbootrennen Lauffen / OP-Termin nächste Woche Mittwoch ..

18.09.2008 Verschiedenes / Kühe, neugeborenes Kalb / Frage: Eure Erfahrungen mit Chirotherapie/Naturheilkunde?/ 15.09.2008 - Fotos - Gedanken-Mix (Meer, Hundi, Kühe, Blüten, Wetter, U.S.A., Musik, Wochenende ..)

12.09.2008 - Fotos Hundi, Bleichsee-Enten, Kirche Geisselhardt, Meer / Sansa Fuze MP3-Player / Verschiedenes

10.09. bis 11.09.2008 - 11. September - Verschwörung?! / Ausflug Limesstrasse, Fotos Kirche Geisselhardt, Bibel-Gedanken, LHC Teilchenbeschleuniger

09.09.2008 - 5 schmerz-/wundervolle Erkenntnisse /Kunstflug, Tragschrauber-Flugauto?/Ausführl.DVD Tipp Cloverfield

07.09.2008 - Flugplatzfest Heiningen:Kunstflug Pitts S2B,Fallschirm-/Tandemsprung/Antonov/Extra 300L/Hubschrauber

05.09.2008 - Musik, Party / Meeres-Impressionen / FKK oder lieber Textil? / Apfel-Suchspiel fürs Monsterchen

03.09.2008 - Farben-Assoziationen u. Vorlieben / Hundi und die Stofftierchen - scheinträchtig? /Fotos Meer, Hundi

01.-04.08.08: WE / Playlist mit Reinhörtipps / Filmtipps: Reifeprüfung, Roter Drache, Hot Shots, Rain Man .. Gewitter - Blitz-Fotos / Angst vor Gewitter? / Wie kocht bzw. eßt Ihr ? (Fertiggerichte, Bio?)




Du bist mein Land,
ich deine Flut,
die sehnend dich ummeeret;
du bist der Strand,
dazu mein Blut
ohn Ende wiederkehret.

An dich geschmiegt,
mein Spiegel wiegt
das Licht der tausend Sterne;
und leise rollt
dein Muschelgold
in meine Meergrundferne.

(Ch. Morgenstern)

"Zwischen Dir und dem
Horizont liegt das Leben."


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.. genieße das Glück des
Augenblicks bewußt,
und bewahre ihn in
Deinem Herzen, so daß
Du jederzeit zu ihm
zurückkehren kannst.

Alles Erlebte ist Dein,
für immer. Deine Vor-
stellungskraft trägt Dich
überall hin, und Dein
Wille macht scheinbar
Unmögliches möglich.

Leben - unterwegs sein
auf Deinem eigenen
Lebensweg... gesegnet
mit der Kraft, auch die
schmerzlichen Wege
aufrecht zu gehen.

Die Quelle der Kraft
liegt im Universum ..
in der Natur ..
in Dir selbst.

(Ocean)



monguckkl2.jpg

"Long hours of loneliness
between me and the sea ...
Should I dress in white and
search the sea, as I always
wished to be one with the
waves - Ocean Soul ... "

(Nightwish)


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"Man kann ohne Hund leben,
aber es lohnt sich nicht"
(Heinz Rühmann)



brombachblickkl.jpg

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"Sail away to Avalon
The journey has begun
Sail away through the night
Sail away, never die
The gods are at your side..."
(Ayreon)

















Das Dasein ist köstlich.
Man muß nur den Mut
haben, sein eigenes Leben
zu führen.
(P. Rosegger)




Abendwolken

Wolken seh ich abendwärts
Ganz in reinste Glut getaucht,
Wolken ganz in Licht zerhaucht,
Die so schwül gedunkelt hatten.

Ja! mir sagt mein ahnend Herz:
Einst noch werden, ob auch spät,
Wann die Sonne niedergeht,
Mir verklärt der Seele Schatten.

(Ludwig Uhland)



Ein Rot, das traumhaft dich
erschüttert -
Durch deine Hände scheint
die Sonne.
Du fühlst dein Herz verrückt
vor Wonne
Sich still zu einer Tat
bereiten...

(aus: "Ein Konzert" von G. Trakl)



Monsterchen :-)



Mit einem kurzen Schweifwedeln
kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken,
als mancher Mensch
mit stundenlangem Gerede.
(Louis Armstrong)




... ich bin ein Couch-Potatoe :)

"We are a particle in the
ocean,
lost and safe
like a tear ..."

(Eloy - "Ocean")










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